Wenn Nacktscanner nicht mehr helfen

All die 100ml Flaschen in kleinen Plastiktüten haben nichts gebracht. Der Anschlag auf das Flugzeug nach Detroit konnte so nicht verhindert werden.

Logisch wäre es, jetzt zu überdenken ob die tollen Plastiktüten um Zahnpasta nicht einfach abgeschafft werden könnten. Die Maßnahme galt von vornherein bei Sicherheitsexperten als umstritten.

Eine weitere Schlussfolgerung wäre darüber nach zu denken, welche Bedeutung die Radikalisierung des Islam im Bevölkerungsreichsten Land Afrikas hat, welche Faktoren diese beeinflussen und welche politischen Implikationen sich daraus ergeben.

Logisch wäre es auch zu analysieren, wo die bestehenden SIcherheitssystem versagt haben.

Aber Sicherheitspolitik hat nun mal seine eigenen Gesetzte und diese haben nichts mit Logik zu tun. Galten vor ein paar Tagen Nacktscanner als überflüssig und selbst konservative Politiker sahen einen verstoß gegen die Menschenwürde, so werden in kürze diese Geräte zum ganz normalen Flugalltag gehören, zusammen mit 100 ml Flaschen in Plastiktüten.

Aber was würde der nächste Schritt sein, wenn zum ersten mal brennbare Flüssigkeit in ein Flugzeug durch einen Nacktscanner geschmuggelt wurde? Gemäß der Logik, welche uns diese Technologie beschärt hat schlage ich jetzt schon die Darmspiegelung an Flughäfen vor. Denn während die Nacktscanner mit potentiell krebseregender Strahlung aufwarten, können so nicht nur Sprengkörper gefunden werden, sondern auch das Darmkrebsrisiko gesengt werden.

Logisch, oder?

Sunday, January 3rd, 2010 Uncategorized No Comments

Jessica Groß von der medizinischen Flüchtlingshilfe für Panter-Preis vorgeschlagen

Jessica Groß ist für ihr Engagement im Büro für medizinische Flüchtlingshilfe für den Panterpreis der taz nominiert worden. Der „Preis für HeldInnen des Alltags“ ist mit 5000 Euro dotiert, welche der Arbeit des Medibüros und damit der Gesundheitsversogung von Menschen ohne geregelten Aufenthaltsstatus zu gute kommen sollen.
Ein Portrait von Jessica Groß ist in der taz und auf der Seite des Medibüros zu finden. Seit dem 1. August ist eine Onlineabstimmung auf der „taz panter Seite“ möglich.
Also gebt euer Votum bitte hier ab….

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27.06.2009: Für die im Schatten

PANTER PREIS Jessica Groß, Panter-Kandidatin zwei, kämpft seit 13 Jahren für die medizinische Versorgung von Menschen ohne gültige Papiere und vermittelt sie an Ärzte und Krankenhäuser. Von Paul Wrusch, taz

20.03.2009: “Wer sollte da handeln, wenn nicht eine Stadt wie Berlin?

Jessica Groß, Mitarbeiterin vom Berliner Medibüro für medizinische Flüchtlingshilfe, hält es für notwendig, Menschen ohne Aufenthaltspapiere unbürokratische Hilfe anzubieten. Derzeit würden viele Flüchtlinge erst bei einem fortgeschrittenen Krankheitszustand zum Arzt gehen, was dann eine sehr aufwendige und teure Behandlung erfordere, bemängelte Groß und hofft, dass der Berliner Senat die Initiative ergreift.

Deutschlandradio Kultur, Jessica Groß vom Berliner Medibüro im Gespräch mit Klaus Pokatzky

 

09.02.2009: Patienten ohne Papiere – Es bewegt sich etwas

Jessica Groß in: Berliner Ärzte, Heft 2/2009, S. 24/25

 

15.12.2008: Ein Papier für Papierlose

Der Berliner Senat prüft die Einführung eines anonymen Krankenscheins, mit dem die geschätzt 100.000 Berliner ohne Papiere leichter zum Arzt gehen könnten. Von Waltraud Schwab, taz-berlin

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Wednesday, August 5th, 2009 Medicine 2.0, Migration, Politics, public health No Comments

Bundesweites Netzwerktreffen der Medibüros spricht sich für den „anonymen Krankenschein“ aus

Vom 19. bis 21. Juni 2009 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Medibüros Deutschlands in Freiburg zum Erfahrungsaustausch.

Inhalt der kritischen Diskussionen auf dem Bundestreffen waren die Verbesserung des Zugangs zu gesundheitlichen Leistungen von Illegalisierten, die Verbesserung der defizitären Gesundheitsversorgung von hier lebenden Neu-EU-Mitgliedern und Nichtversicherten, sowie die Intensivierung einer bundesweiten Vernetzung der Medibüros.

Eine Inanspruchnahme der Leistungen des Gesundheitswesens darf nie zur Abschiebung führen.

Daher fordern die Medibüros Deutschlands ein Verbot der Datenweitergabe nach §87 Aufenthaltsgesetz auf Bundesebene, sowie die Abschaffung der Einschränkung von Gesundheitsleistungen wie sie das Asylbewerberleistungsgesetz beinhaltet.

Bis zur Umsetzung dieser Forderung setzen sich die Medibüros bundesweit für die Einführung eines Anonymen Krankenscheins auf kommunaler und Länderebene ein, um den faktischen Zugang des Menschenrechts auf Gesundheit in der BRD für alle mit und ohne legalen Aufenthaltsstatus zu gewährleisten.

Sunday, June 21st, 2009 Migration, Politics, public health No Comments

Paravasation in der Chemotherapie

Paravasate sind nach wie vor gefürchtete Komplikationen der Chemotherapie. Bedauerlicher Weise haben Forschung und wissenschaftliche Auswertung von Zwischenfällen nicht mit der rasanten Entwicklung der zytostatischen Therapie mit halten können. Für viele neuere Substanzen fehlen Daten über das nekrotisierende Potential; für viele Therapieansätze gibt es nur unzureichende Auswertungen, so dass diese nicht sicher Empfohlen werden können.

Abhilfe sollen Richtlinien schaffen, die zur Zeit durch die Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. ausgearbeitet werden und noch 2009 veröffentlicht werden sollen. Auch ein zentrales Dokumentations-Register für Paravasat Zwischenfälle soll eventuell eingeführt werden.

Die European Oncology Nursing Society brachte 2007 ein Paravasat Leitlinien Implementierungs Tool raus.

Als derzeitiges Standardwerk für Paravasation gilt Ines Mader et al: Paravasation von Zytostatika – Ein Kompendium für Prävention und Therapie; Springer, Wien; Auflage: 2., vollst. überarb. u. erw. A. (18. Mai 2006) ISBN: 978-3211252253.

Auf der pharmagesponserten Seite “Paravasat.at” findet man Listen und Dokumente aus o.g. Buch. Hier gibt es auch ein kleines Update von Ines Mader.

Hier eine kleine Präsentation als PDF, ODP oder PPT, welche sich vor allem auf o.g. Quellen bezieht.

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Sunday, May 17th, 2009 Oncology No Comments

Scheiß Streik

Das gerade der Lohndumping ungehindert im Bereich der Pflege um sich greifen kann, liegt zum Teil auch daran, dass die dort Arbeitenden nicht die Möglichkeit besitzen zu streiken, ohne das hilfsbedürftige Menschen darunter leiden würden. Seit Jahren wird dies im Bereich der ambulanten Pflege von Arbeitgeberseite aus ausgenützt. Zudem sind Beschäftigte in der ambulanten Pflege durch die Vielzahl der verschiedenen Beschäftigungsmodelle – Wohlfahrtsverbände, private Firmen, Arbeitszeitvermittlungsargenturen, 1-Euro-Jobber – von einander isoliert, so dass die Organisation der Arbeitnehmer äußerst schwierig ist.
Daher werden jetzt neue Protestformen im der ambulanten Pflege getestet. Vom 27. April bis 27. Mai 2009 soll der “Scheiß-Streik” durch geführt werden. Unter dem Motto “Für das Geld machen wir den Scheiß nicht mehr … weg!” sollen Stuhlproben an die Verantwortlichen des Niedriglohndumpings verschickt werden. Auf der Aktionsseite “Jenseits des Helfersyndroms” soll zudem eine Dokumentation der Aktion erfolgen. Hier gibt es auch Hintergründe und sogar einen Abhandlung über den Scheiß-Streik im historischen Kontext. Auch die UnterstützerInnen der Aktion werden hier genannt. Spätestens hier wird deutlich, dass es sich nicht nur um eine einmalige medienwirksame Aktion handeln wird, sondern um den um einen Beginn einer ernst gemeinten Vernetzung, zum Beispiel in Form des “Arbeitskreis Unabhängige Arbeitnehmervertretungen in der persönlichen Assistenz

Um es mit Brecht zu sagen: Wie groß ist die Geschmacklosigkeit Scheiße zu verschicken, verglichen mit der der Geschmacklosigkeit so Menschen in der ambulanten Pflege zu behandeln?

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Sunday, April 12th, 2009 Medicine 2.0, Migration, Politics, public health 1 Comment

PatientInnen ohne Papiere – es bewegt sich was

Während das Thema der Gesundheitsversorgung von Menschen ohne geregelten Aufenthaltstatus jahrelang von offiziellen Stellen gemieden wurde, so konnten jetzt einige kleinere Erfolge in Berlin verzeichnet werden. Diese fast Dr. Jessica Groß des Büros für medizinische Flüchtlingshilfe einem Artikel der Zeitschrift “Berliner Ärzte“, Publikationsorgan der Berliner Landesärztekammer, zusammen. Es handelt sich bei weitem um keinen Paradigmenwechsel, nach wie vor wird den hier lebenden Menschen ohne Aufenthaltsstatus das Recht auf Gesundheitsversorgung weitestgehend eingeschränkt. Doch zeigt sich das sich langjähriges Bemühen von Organisationen wie dem Büro für medizinische Flüchtlingshilfe in pragmatischen Verbesserungen bezahlt macht. Nach Gesprächen zwischen den Medizinischen Flüchtlingshilfe und der Senatsverwaltung für Gesundheit konnten einige Erfolge erzielt werden:

  • Mit einer Weisung der Senatsverwaltung für Inneres ist die Ausländerbehörde angehalten Frauen drei Monate vor und drei Monate nach Entbindung eine Duldung zu erteilen.

  • Die Senatsverwaltung hat ihre Rechtsauffassung schriftlich zum Ausdruck gebracht, dass sich Ärzte und Ärztinnen, welche Menschen ohne geregelten Aufenthaltsstatus behandeln nicht strafbar machen.

  • Für die Malteser Migranten Medizin sind Senatszuschüsse geplant.

  • Ein Konzept zur Umsetzung eines anonymisierten Krankenscheins, welches vom Büro für medizinische Flüchtlingshilfe vorgestellt wurde, wird von mehren offiziellen Stellen geprüft.

Nach wie vor bleibt die medizinische Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltsstatus von der freiwilligen Unterstützungsarbeit abhängig. Aber ein Dialog, welcher zu letzt die oben genannten Erfolge verbuchen konnte war vor nur wenigen Jahren noch undenkbar.

Groß, Jessica: Patienten ohne Papiere – Es bewegt sich etwas; Berliner Ärzte, 46 (2), 24 – 25, 2009

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Tuesday, February 10th, 2009 Migration, Politics, public health No Comments

Anne Will nicht! Keine Diskussion zur Militäroffensive in Gaza

In diesen Minuten läuft die Sendung Anne Will im Ersten Deutschen Fersehn zum Thema Suizid. Als Gast der Sendung spricht unter anderem der Militärbischof Walter Mixa. Mixa, vor allem bekannt durch seinen “Gebärmaschinen” Vergleich, äußerte sich bei einem Besuch in den Palästinensischen Gebieten über die “ghettoartige Situation” und sprach von “fast schon Rassismus”. In der heutigen Sendung schweigt er zur militärischen Offensive im Gazastreifen. Nicht nur er:

Ich bekam gestern eine Email, die mich darauf hinwies, dass die Militäroffensive im Gazastreifen Thema bei Anne Will sein sollte. Eingeladen waren Sumaya Farhat-Naser, Joseph Martin Fischer, Daniel Barenboim und Avi Primor. Zum ersten Mal seit langem versprach die Wahl der Gäste eine interessante Diskussion. Heute folgte die Nachricht, dass die Sendung ohne Angabe von Gründen abgesetzt wurde. Ein offener Brief der palästinensischen Friedensaktivistin Sumaya Farhat-Naser folgte kurz darauf. Hier ihr Text:

Liebe Freunde,

Stellt euch mal vor, ich würde morgen zurück nach Palästina fliegen und den
Leuten sage: Die TV-Sendung wurde abgesagt, weil das Thema nicht wichtig
genug wäre und sich dann kurzfristig für ein anderes Thema entschied. So war
meine Reise von vier Tagen umsonst gewesen. Welche Wut- und Ärgergefühle
würden aufkommen und welche Enttäuschung und Entmutigung, gerade in dieser
Zeit. Dieses Szenario quälte mich und liess mich nicht schlafen können.

Nun möchte ich Euch mitzuteilen, dass ich weitere zwei Tage in Berlin
bleibe.
ZDF/ 3 SAT wird eine Sondersendung zum Krieg in Gaza am Montag, 12. Januar
in der Staatsoper unter den Linden, ab 22.25 Uhr, live ausstrahlen: Herr
Daniel Barenboim dirigiert ein Konzert des West-Eastern-Divan-Orchestra und
in der Pause zwischen beiden Teilen, würden Herr Barenboim, zwei andere
Personen und ich Stellung nehmen.
Auch wenn es sehr kurz sein wird, (höchstens ca. 8 Minuten lang), finde ich
es gut.

Sumaya Farhat-Naser

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Sunday, January 11th, 2009 Politics, Uncategorized 1 Comment

Das war der 25c3

Das war der 25C3. Wie kurz doch vier Tage seien können.

Ich habe zwei Kommentare zufällig aufgeschnappt, die den Congress wunderbar zusammenfassen:

Der erste Ausspruch viel in der Ecke vor der Tür zum Saal 2 irgendwo hinter dem Antisoftwarepatent-Tisch. Dort hatte sich eine kleine Gruppe um einen Switch versammelt, an den ihre Laptops hingen. Einer der Leute, so um mitte 20 schob seinen Kopfhörer zurück, auf dem er den Livestream von Saal 2 (keine 3 Meter entfernt) verfolgte und sagte:

„Warum kann nicht jeder Tag in meinem Leben genau so sein?“

Das zweite Zitat schnappe ich beim Vorbeigehen an einem Tisch am Hackcenter an Tag 3 der Konferenz auf:

„Gehen wir heute mal schlafen?“

Wie könnte man besser den 25c3 zusammenfassen?

Hier noch ein paar Anmerkungen:

Der 25c3 war bestimmt der am besten organisierte 3c. Die Infrastruktur war super, trotz Ansturm keine Warteschlangen beim Einlass, eine super Netzwerkstruktur, die in 4 Tagen nicht eine Sekunde down war, auch das wireless kam mir schneller un zuverlässiger vor, als letztes Jahr. Zudem waren die Livestreams super, da bei dem Andrang einige Veranstaltungen mit geschlossenen Türen von statten gehen mussten. Mehrfach habe ich vor verschlossenen Türen den Vorschlag eines Umzugs in eine größere Location gehört. Dies wäre keine gute Idee, da sich das BCC von seiner Infrastruktur wirklich anbietet. Zudem würde ein Umzug sich mit den jetzigen Eintrittspreisen nicht realisieren lassen. Neben höherer Miete bräuchte man auch noch mehr Personal.

Um inhaltlich zum 25c3 Stellung beziehen zu können, muss ich erst die restlichen 90 Vorträge als video download anschauen. Schön wäre ein Beitrag zur Einführung der Gesundheitskarte gewesen, aber bei der Fülle der Themen bezüglich Datenschutz / Datensicherheit und Überwachung, fehlten wohl die Kapazitäten.

Später mehr

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Saturday, January 3rd, 2009 Medicine 2.0, Uncategorized No Comments

“Manchmal leiden Pflegekräfte…”

»Krankenhäuser sind ein interessantes Geschäft. Und wenn man sie gut führt, dann sind sie auch ein ganz gutes Geschäft.«

Dr. Francesco De Meo
Vorsitzender der Geschäftsführung / CEO der HELIOS Kliniken GmbH
09/2008 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Quelle)


“Manchmal leiden Pflegekräfte darunter, statt anderthalb Stunden Mittagspause nur noch eine halbe zu machen, aber das Personal muss sich an ein zackigeres Tempo gewöhnen”

Dr. Francesco De Meo
Vorsitzender der Geschäftsführung / CEO der HELIOS Kliniken GmbH
SWR Nachtcafe 7.11.2008 (Quelle)

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Wednesday, December 24th, 2008 public health No Comments

Berliner Krankenhaus verweigert einem Migranten lebenswichtige Behandlung

Laut einer Pressemitteilung des Büro für medizinische Flüchtlingshilfe hat das evangelisches Königin Elisabeth Krankenhaus in Berlin-Lichtenberg Ende November einen bedürftigen Patienten, der sich ohne Aufenthaltsstaus in Berlin aufhielt abgewiesen und diesem eine lebensnotwenige Therapie verweigert. Ohne das Engagement des „Büros für medizinische Flüchtlingshilfe“ wäre er in Lebensgefahr geraten und möglicherweise an Nierenversargen gestorben. „Dies haben sowohl das Krankenhaus als auch die Ausländerbehörde in Kauf genommen“, so Dr. Jessica Groß vom Büro für medizinische Flüchtlingshilfe.
Der aus Osteuropa stammende T. hielt sich ohne legalen Aufenthaltsstatus in Berlin auf, er war mittellos und im Königin Elisabeth Krankenhaus zuvor aufgrund von Nierenversagen im Endstadium behandelt worden. Dem Krankenhaus waren hierdurch Kosten in Höhe von etwa 6000 Euro entstanden.
Nach einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt wurde der Patient unter der Maßgabe entlassen, dass dreimal wöchentlich eine Dialyse durchgeführt werden müsse. Allerdings nahm das Krankenhaus weder mit dem Sozialamt, das zur Kostenübernahme verpflichtet gewesen wäre, Kontakt auf, noch beriet es Herrn T. über weitere sozialrechtlichen Möglichkeiten. Als Herr T. am 24.11.2008 im Königin Elisabeth Krankenhaus erschien, und um eine Dialyse bat, verweigerten die Dienst habenden Ärzte und Schwestern ihm die lebensnotwendige Behandlung und erklärten, „solange keine OK von der Kostenstelle vorliegt, bekommt Herr T. hier Dialyse mehr“.
Glücklicherweise hatte sich Herr T. an das Büro für medizinische Flüchtlingshilfe gewandt. Eine Mitarbeiterin kümmerte sich um eine Übersetzerin, begleitet Herrn T. zu einer Beratungsstelle und schließlich zur Ausländerbehörde, um einen Aufenthaltsstatus zu beantragen. Da Herr T. bereits früher einmal unter anderem Namen nach Deutschland eingereist war, war zunächst die Identitätsklärung erforderlich. Nachdem Herr T. alle notwendigen Papiere vorgelegt hatte, teilte die Ausländerbehörde mit, es dauere zwei Wochen, bis die für die Kostenübernahme durch das Sozialamt notwendige Duldung ausgefertigt werden könnte. Die Ausländerbehorde verweigerte gleichzeitig eine schriftliche Bestätigung darüber, dass der Antrag in Bearbeitung sei.
Ohne eine Bestätigung der Kostenübernahme war das Königin Elisabeth Krankenhaus nicht bereit, die überlebensnotwendige Dialyse durchzuführen. Frau Wünsch, Leiterin der Kostenstelle, teilte dem Patienten vielmehr mit, dieses habe dort nicht mehr zu erscheinen.
Erst aufgrund der massiven Intervention einer Mitarbeiterin des Büros für medizinische Flüchtlingshilfe, die wiederholt auf die lebensbedrohliche Situation des Patienten hinwies, beschleunigte die Ausländerbehörde das Verfahren und erteilte Herrn T. sofort eine krankheitsbedingte Duldung. Gleichzeitig allerdings wurde er von der Ausländerbehörde im Rahmen des zwischen den Bundesländern verabredeten Verteilungsverfahrens nach Bayern geschickt. Dort erfolgt nun die weitere medizinische Behandlung.
„Der Fall T. verweist einmal mehr auf die völlig unzureichende medizinische Versorgung von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Deutschland“, so Dr. Groß. Auch in Berlin sei die Umsetzung des Menschenrechts auf körperliche Unversehrtheit und auf medizinische Versorgung nicht ausreichend garantiert. Zudem mache der Fall die Ignoranz der Ausländerbehörde gegenüber Menschen in Not deutlich.
Das Büro für medizinische Flüchtlingshilfe setzt sich seit über zehn Jahren für den Zugang von Menschen ohne Aufenthaltsstatus zur medizinischen Regelversorgung ein. Um die Situation für die Betroffenen zu verbessern, arbeitet das Büro mit Beratungsstellen sowie mit einigen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusammen. In Notfällen kann in bestimmten Fällen eine Kostenübernahme des Sozialamtes erreicht werden. Vielen engagierten Mitarbeitern des Sozialdienstes und den Kostenstellen einiger Krankenhäuser sind die Rechtsgrundlagen dazu bekannt. Um in Zukunft eine bessere Versorgung der Betroffenen und möglichst auch eine Kostendeckung für das Krankenhaus zu erreichen, hat das Büro für medizinische Flüchtlingshilfe an das evangelisches Königin Elisabeth Krankenhaus gewandt und sowohl den Ärztlichen Direktor Professor Schulte als auch den Geschäftsführer Herrn Doktor Norden um ein Gespräch gebeten. Diese Bitte wurde bis heute nicht beantwortet.

Pressestimmen:

Keine Hilfe für Flüchtling in Klinik Neues Deutschland, 23.12.2008

Krankenhaus soll Flüchtling Behandlung verweigert haben Social Times 23.12.2008

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Sunday, December 21st, 2008 Migration 2 Comments
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